Ottensteiner Hochfläche

Allgemeine Beschreibung

Die Wanderwegbeschreibung wurde folgendem Buch entnommen:
Ingeborg Müller, Unser Sonntagsausflug, 52 neue Wanderungen im Weser-, Leine- und Lippischen Bergland mit heimatkundlichen Informationen, CW Niemeyer Buchverlag, Hameln, 1995

Von der Weser zur Ottensteiner Hochfläche - Kurzübersicht
Die Rundwanderung ist zehneinhalb Kilometer lang bei einem Höhenunterschied von 125 Metern. Obwohl wir gut drei Stunden unterwegs sind, ist sie recht bequem. Außer einem kurzen Stück auf der Hochfläche verläuft der Wanderweg im überwiegend schattigen Wald, so daß sich der Ausflug auch für warme Sommertage anbietet. Einkehrmöglichkeiten gibt es im Gasthaus "Zum Ruhberg".

 

Daten in Kürze

Start / Ziel    Privatparkplatz in Emmerthal - Lessner Weg - Hauptweg L3 nach Lüntorf - L4 zum Düsteren Grund - Forststraße - L1 und L2 Bergsattel - Birkenallee - Bundesstraße - Ausgangspunkt Parkplatz
Länge 10 km - ca. 3 Stunden
Eigenschaft Wander-Rundweg

 

 

Die Anfahrt
Man mag es bedauern oder nicht: Zahlreiche Bahnlinien sind in den letzten Jahrzehnten geschlossen, die Schienen zum Teil abgebaut, die Bahnhöfe abgetragen oder anderweitig genutzt worden. Das gilt auch für die Strecke Emmerthal - Bodenwerder - Vorwohle, die zu Anfang des Jahrhunderts als Ost-West- Querverbindung angelegt worden war. Nachdem das Fahrplan-Angebot bereits Ende der Sechziger Jahre erheblich reduziert worden war, mußte der fahrplanmäßige Reiseverkehr 1982 endgültig eingestellt werden. Heute wird die Bahnstrecke allerdings noch während der Sommermonate an bestimmten Tagen vom "Weserbergland-Kurier" für nostalgische Dampfzugfahrten und in geringem Ausmaß von Güterzügen befahren. Auch das idyllisch gelegene Weserdorf Hajen hatte an dieser Strecke einen Bahnhof, allerdings auf der anderen Weserseite. Dort stand bereits seit 1895 eine Gaststätte am Fuß des Ruhbergs. Wo heute der großzügig dimensionierte Parkplatz liegt, gab es einen eher bescheidenen Bahnhof und einen Verladeplatz für alle Arten land- und forstwirtschaftlicher Güter wie Vieh, Holz und Zuckerrüben, Dünge- und Futtermittel, Bahnhof, Bahnsteig und Verladegleis wurden abgebaut, und selbst die Vorwohle - Emmerthaler Verkehrsbetriebe halten bei ihren Sonderfahrten hier nicht mehr. Wohl aber tun dies die Busse der Linie 48 Hameln - Emmerthal der Regiobus Braunschweig GmbH (RBB), Geschäftsstelle Holzminden, die von hier aus als Linie 520 noch weiter führt nach Holzminden. Autofahrer erreichen unseren Ausgangspunkt für die Wanderung hinauf zur Ottensteiner Hochfläche auf der Bundesstraße 83 entlang der Weser. Von Grohnde aus kommend können sie dabei die einen Kilometer lange Platanenallee bewundern. Sie ist die eindrucksvollste in Norddeutschland. Wer sie angelegt hat, ist ungewiß, jedoch war sie ursprünglich zweireihig und soll einst das Gut Hehlen mit dem Gut Ohr verbunden haben, wo bis heute noch einige letzte Platanen unterhalb des Ohrbergs stehen. Den Ausbau der Straße hat nur das verbliebene Teilstück der jedoch noch immer prächtigen Allee überstanden.

 

Nach Lüntorf
Der Parkplatz, an dem die Gemeinde Emmerthal eine Wanderkarte aufgestellt hat, befindet sich in Privatbesitz. Man sollte sich deshalb - ohne Verzehrzwang - in der Gaststätte melden, wenn man den Wagen dort läßt. Auch unser zunächst asphaltierter Wanderweg führt durch das Grundstück, links an dem Gebäude vorbei und schräg nach rechts bergan. Nach kurzem Anstieg biegt er nach links und verläuft nun ein Stück parallel zum Wesertal durch unterschiedlich alten Laubwald. Leider ist uns nur ein kurzer Blick hinunter vergönnt, ehe unser Weg die Richtung ändert und nun bergwärts führt. Zwischen hohen Buchen geht es gemächlich hinan. Bei einer langgezogenen Kreuzung folgen wir nach einer Linksbiegung dem als "Lessner Weg" ausgewiesenen Hauptweg, auf dem wir unsere bisherige Richtung beibehalten. Auch in der Folge bleiben wir auf dem Hauptweg, jetzt begleitet von dem Zeichen L3 des Bergdorfes Lüntorf. Viele Blumen säumen im Sommer den Weg. Bei einer deutlichen Gabelung halten wir uns rechts, jetzt kommt die Markierung L4 hinzu. Bis zu einem Tal, über dessen Bach eine Brücke führt, geht es leicht bergab. Am Ende der Brüstung wandern wir nach links und steigen nun im sogenannten Düsteren Grund wieder an, weiter der L4 folgend.

 

Zum Ausgangspunkt
Unser Wanderweg bringt uns nun sehr bald zum Waldrand, wo wir die Forststraße nach rechts benutzen, die uns durch die Feldmark führt. Hinter der letzten umzäunten Koppel biegen wir noch vor den ersten Häusern von Lüntorf nach rechts ab und freuen uns jetzt an dem schönen Weitblick, der vom Scharfenberg links vor uns bis zum Ith und Thüster Berg auf der rechten Seite reicht. An mächtigen Pappeln und hübschen Fischteichen vorbei erreichen wir bei Sportplatz und Grillhütte wieder den Waldrand und können uns noch einmal auf einer Wanderkarte orientieren. Dann gehen wir vor bis zur Waldspitze und um diese herum, um dann - noch vor einer Bank - in den Wald hineinzuwandern, an einer kleinen Koppel vorbei. Jetzt sind es die Zeichen L1 und L2, die uns begleiten. Auf einem Bergsattel steigen wir sanft ab; zwei kleine Täler stoßen hier zusammen. Wenig später kreuzt ein Weg schräg den unsrigen, wir laufen nach links weiter hinab. Bei der nächsten Kreuzung mit einer prächtigen Eiche führt uns das Zeichen L2 schräg nach rechts, an zwei Schranken vorbei. Nun geht es geradeaus bis zum Waldrand oberhalb der Weser durch besonders abwechslungsreiche Waldpartien. Schließlich führt uns eine Birkenallee hinunter zur Bundesstraße; und noch einmal erfreut uns auf diesem letzten Stück des Abstiegs der Blick zur Weser. Auf dem Radfahrweg, der im Gegensatz zum ehemaligen Treidelpfad des jenseitigen Ufers kaum befahren ist, kehren wir zu unserem Ausgangspunkt zurück.

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